Rezension: Flucht und Segen – Die ehrliche Bilanz meiner Flüchtlingshilfe von Ann-Kathrin Eckardt

Text auf der Buchrückseite:
Ein Jahr nach den Willkommensszenen und dem Merkel’schen Glaubensbekenntnis „Wir schaffen das“ stellt sich die Frage, wie wir das alltägliche Zusammenleben mit den Flüchtlingen bewerkstelligen können. Wie die unterschiedlichsten Mentalitäten mit der unseren zu vereinen sind und wie die vielen Menschen nicht nur ein Leben in Frieden und Freiheit bei uns finden, sondern auch ein Obdach und Arbeit. Ann-Kathrin Eckardt, Redakteurin bei der Süddeutschen Zeitung, zieht hier ehrlich und schonungslos Bilanz. Eine wichtige, authentische Stimme in der Debatte um gelingende Integration.

Meine Meinung:
In ihrem Buch erzählt Ann-Kathrin Eckardt wie sie sich entschlossen hat Patin von zwei irakischen Familien zu werden. Sehr gut geschildert waren beide Seiten, wie diese sich bei einer Integration fühlen. Auch das sie sich selbst durch den Bürokratiedschungel und mit einer fremden Kultur zurechtfinden muss. Man merkt sehr gut das die Autorin sich mit diesem Thema sehr auseinander gesetzt hat, denn nebst ihren Erfahrungen findet man auch sehr viele Fakten.

Auf den letzten Seiten des Buches ist noch ein Glossar aufgeführt, ich empfehle dies zuerst zu lesen. So ist man über die gängigen Begriffe und z.B. Abläufe eines Antrags informiert und man findet sich beim lesen besser zurecht.

Das Buch erhält von mir 3 von 5 Punkten, da mir selbst das Buch nicht sehr viel neues an Informationen gab. Kann daher kommen, dass ich mich selbst seit Jahren viel zu diesem Thema lese und mich informiere. Ich finde es aber eine sehr gute Lektüre, vor Allem für jene die selbst helfen, Paten werden oder sich einfach, zur leider immer noch aktuellen Lage, informieren wollen.

Meine liebsten Passagen aus dem Buch:
„Hassan Ali Djan, der einst so froh darüber war, in GERMANY gelandet zu sein, erzählte mir, er habe alle Menschen, die in den Anfangsmonaten auf ihn zukamen, für Vertreter des Staates gehalten. Entsprechend vorsichtig sei er gewesen, denn in Afghanistan führten Behördenvertreter selten Gutes im Schilde. „Dass jemand mir freiwillig hilft, ohne dafür etwas zu bekommen, konnte ich mir nicht vorstellen.“ Seite 43/44

„Ich habe also gelernt und, wenn auch nur in einem Rollenspiel, selbst erfahren, wie schwer es fällt, dem eigenen Kind etwas anderes als die eigenen Werte oder das eigene Rollenverständnis zu vermitteln. Heisst das, dass ich, dass wir zu viel verlangen, wenn wir von Flüchtlingen fordern, dass sie unsere Werte und Normen – in diesem Fall Gleichberechtigung und die freie Partnerwahl- nicht nur akzeptieren, sondern auch selber leben müssen?“ Seite 171

Allgemeine Informationen:
Autorin: Ann-Kathrin Eckardt
Seitenzahl Buch: 240
Verlag: Pantheon
Erscheinungsdatum: 20. März 2017
ISBN: 978-3-570-55351-0

Autorin:
Ann-Kathrin Eckardt, Jahrgang 1979, ist Redakteurin in den Ressorts Seite 3 und Buch Zwei der Süddeutschen Zeitung. Sie wurde mit mehreren Journalistenpreisen ausgezeichnet. Seit fast drei Jahren ist sie Patin zweier irakischer Familien. Für ihren Essay „Gute Menschen“, eine erste Bilanz der Flüchtlingshilfe, erschienen im Dezember 2015, erhielt sie den von der Inneren Mission verliehenen Karl-Buchrucker-Preis.
Portrait von Pantheon

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