Rezension: Ohne Gnade von Bryan Stevenson

Ohne Gnade Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA. Ausgezeichnet mit dem Dayton Literary Peace Prize for Nonfiction 2015

Beschreibung:
13-jährige Kinder, die Jahre in Isolationshaft verbringen müssen, willkürliche Verhaftungen und rassistische Vorurteile durch Polizei und Justiz oder Menschen mit psychischen Erkrankungen, die im Gefängnis jahrzehntelang vegetieren: Diese Geschichten sind Alltag in den USA. Der charismatische Jurist Bryan Stevenson, der den allgegenwärtigen Rassismus auch aus eigenem Erleben gut kennt, gibt diesen erschütternden Fällen aus Amerikas Gerichtssälen und Todeszellen eine Stimme. Er vertritt Menschen, die keinen oder nur pro forma einen Rechtsbeistand erhalten. Fast wie ein Thriller lesen sich die Fälle, in denen er dafür kämpft, unschuldige Menschen aus der Todeszelle herauszuholen. Ein notwendiges Buch, das den Rassismus einer Gesellschaft und das Versagen eines Strafsystems anprangert – und erschreckende Einblicke in die amerikanische Gesellschaft gibt. 

„Brilliantes Plädoyer gegen Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA“, ARD Titel Thesen Temperamente, 27.09.2015 

Allgemeine Informationen:
Seitenzahl: 416
Autor: Bryan Stevenson
Verlag:Piper 
Gebundene Ausgabe: CHF 28.90 / EUR 20

Das Buch bekommt von mir eine Bewertung von 5 von 5 Punkten.

Inhalt:
Bryan Stevenson erzählt was ihn dazu bewegt hat ein Jurastudium aufzugreifen und wie er Anwalt wurde. Durch prägende und auch rassistische Erlebnisse, zeigt er auf wie er sich dann in seiner Laufbahn entscheidet Menschen zu vertreten die vor Gericht keinen Beistand erhalten und unschuldige Menschen die ihr Dasein in Todeszellen fristen, herauszuholen. Er erzählt unteranderem vom Fall Walter MacMillian, der unschuldig zu Tode verurteilt wurde und wie er hartnäckig den Fall zerlegt und rekonstruiert hat um Walter aus der Todeszelle zu holen.
Ich halte meinen Inhalt hier bewusst kurz, da man das Buch einfach lesen sollte.

Meine Meinung:
Ich hatte mir das Buch erst Mal aus reiner Neugier und doch grossem Interesse gekauft, da ich gespannt war was mich mit diesem Buch erwartete. Nach ungefähr der Hälfte war ich sprachlos und echt baff. Heutzutage bürstet man sich ja fast regelrecht damit, was für sozialisierte und humane Menschen wird doch sind. Und Rückschritt, nein das kenne man gar nicht. Als ich die Geschichte zum Fall Walter MacMillian gelesen habe, hab ich mir zwei Sachen gedacht:

1. War man schwarz und vielleicht zur falschen Zeit am falschen Ort sein – und da war man geliefert
2. WIE RÜCKSCHRITTLICH IST UNSER DENKEN HEUTZUTAGE NOCH?

Ja, das schreibe ich in Grossbuchstaben, da mich die Fakten und die Fälle schockiert haben. Man ist „stolz“ auf ein solches Rechtssystem in einer Demokratie, aber es wird doch nach Willkür gehandelt. Wie kann es sein, dass manche Menschen, in wichtigen Ämtern, solche Fehlentscheidungen treffen können? Minderjährige Kinder werden eines Deliktes bestraft, für das sie keine gerechte Strafe absitzen. Statt ein solches Problem bei der Wurzel zu packen – zusehen, dass diese Kinder in einer geschützten und sicherer Umgebung aufwachsen- erledigt man sich des Problems und sperrt diese ein und verurteilt sie nach Erwachsenenrecht. Das Buch hat mich sehr mitgenommen und auch nachdenklich gestimmt. Es ist sehr informativ und auch mit vielen Fakten belegt. Ich bewundere den Mut den Bryan Stevenson hat sehr, solche Fälle zu zerlegen und wie er wirklich hartnäckig an diese Fälle geht. Ich kann euch das Buch mehr als empfehlen!

Portrait:
Bryan Stevenson ist Professor an der juristischen Fakultät der New York University sowie Mitgründer und Geschäftsführer der »Equal Justice Initiative«, einer Organisation, die sich für Menschen einsetzt, die unter die Räder der amerikanischen Justiz kommen. Er hat Dutzende Verfahren gewonnen und viele Unschuldige vor der Vollstreckung der Todesstrafe gerettet. 
Quelle

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