Rezension: Vielleicht mag ich dich morgen – Mhairi Mcfarland

Text auf der Buchrückseite: Wer hat eigentlich behauptet, dass es den Der-und-kein-anderer-Blitzschlag gibt? Anna weiss nicht, wie schön sie ist. Als Schülerin beeindruckte sie vor allem durch ihren Leibesumfang und die selbstgenähten Klamotten – beides sicherte ihr die Rolle als beliebtes Mobbing-Opfer. Deswegen wird Anna auf keinen Fall beim Klassentreffen aufkreuzen. Anna weiss noch nicht, dass ihre Freundin sie überreden wird hinzugehen, damit sie sich endlich ihrer grössten Angst stellt. James weiss, dass seine Frau ihn betrügt. Er weiss nicht, wie er damit umgehen soll, und ist leichte Beute, als sein Kumpel ihn zum verhassten Klassentreffen schleppen will. James wird dort Anna treffen und sie nicht erkennen. Er wird nicht wissen, dass die schöne Unbekannte diejenige ist, die er zu Schulzeiten blossgestellt hat. Beide wissen nicht, dass sie das Leben des anderen verändern werden. Nicht heute. Aber vielleicht morgen.

Meine Meinung: Am Anfang wird die Geschichte aus Annas Sicht erzählt und ich habe es so schade gefunden, dass ihr die Vergangenheit immer noch so raufkommt. Ich habe mich beim lesen gefragt, ob James nur so tut als wüsste er nicht wer sie ist oder er es wirklich nicht weiss. Mir war James Freund Laurence schon von Anfang an unsympathisch und war am Schluss froh, dass James es auch eingesehen hat und ihm die Freundschaft gekündet hat. Ich habe diesen Roman sehr gemocht und das Buch innerhalb von drei Tagen gelesen, weil ich unbedingt wissen musste ob Anna und James am Schluss zusammen kommen oder nicht. Ich gebe dem Buch eine Wertung von 4 von 5 Punkten.

Achtung Spoiler:

Ausschnitt der mich fast zu Tränen gerührt hat: James erfährt doch noch wer Anna wirklich ist und das er sie damals in der Schule schlimm gemobbt hat. In dieser Szene will er sich bei ihr entschuldigen, ihr kommt alles wieder hoch und sie erzählt ihm wie sehr er sie verletzt hat. …“Es ist mir völlig egal, ob du dich geändert hast. Ich habe mich nämlich geändert. Und zwar in dem Sinne, dass ich oberflächliche Schwachköpfe nicht mehr an mich ranlasse.“ James verzog das Gesicht. „Das ist ganz schön brutal, Anna.“ Anna hatte endgültig die Nase voll. Die Kränkung schwoll in ihrer Brust an, stieg ihr die Kehle hoch und sprudelte als Hasstirade aus dem Mund. „Das findest du brutal? Versuch’s doch mal mit fünf Jahren Hölle auf Erden, gestoppt von dem öffentlichen Beweis, dass eine ganze Schule dich hasst, James. Dass sie über dich lachen, weil du so doof warst, auch nur zu hoffen, dass du mitmachen dürftest“, stiess sie hervor. „Du hast ja gar keine Ahnung, was Brutalität bedeutet. Weil du sie nie auch nur im Ansatz zu spüren gekriegt hast.“

Allgemeine Informationen:

Autor: Mhairi McFarlane
Seitenzahl: 496
Verlag: Knaur
Preis: CHF 14.90 / EUR: 9.99 (Taschenbuch)
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Autorin: Mhairi McFarlane wurde 1976 in Schottland geboren. Ihre geographischen Lebensdaten in Kurzform lauten Falkirk – Afrika – Milton Keynes – Nottingham und entsprechen in etwa dem Weg, den ein Designerkleidungsstück zurücklegt, bevor es in einem Laden zur Ruhe kommt. Mhairis Ruhepol ist in Nottingham, wo sie mit einem Mann und einer Katze lebt. Ihr erster Roman „Wir in drei Worten“ eroberte sofort die Bestsellerlisten, darauf folgte „Vielleicht mag ich dich morgen“.

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